Ausflüge 2010

Ins neue Jahr 2010 starte ich ... draussen!

Paddelausflüge

Endlich gibt es an einem schönen Frühlingstag im März mein neues Spielzeug auszuprobieren: ein Alpacka Packraft.

Einfach genial dieses kleine Expeditionsboot - nur 2kg, klitzeklein zu verpacken und ein zerlegbares Paddel mit nur 1,8 kg. Also mit unter 4 kg ist auch Wasser kein Hindernis mehr sondern Fortbewegungsmittel! 

In einer kleinen Gruppe, die sich übers Internet gefunden hat beginnt mein erster Paddelausflug mit der "Gummiente" auf der Schwechat.
Schnell habe ich mich an die Art des Paddelns gewöhnt - je weniger Kraft ich einsetze, desto leichter geht es vorwärts. Der Geradeauslauf lässt bei einem solchen kleinen Boot ohne Tiefgang und Stabilisierung natürlich zu wünschen übrig. Dafür muss ich mich nicht im Boot umdrehen, um nach den grossen Schiffen auf der Donau Ausschau zu halten - ein kräftigerer Paddelschlag und ich habe Rundumsicht!

Auf einer kleinen Schotterbank nach der Einmündung der Schwechat in die Donau gibt es ein kleines Picknick mit einerm Lagerfeuerchen zum Würstl grillen. Die Stimmung ist gut und bald sind wir wieder mit der zügigen Strömung der Donau unterwegs.
In Wildungsmauer rasten wir kurz im Hafen, aber es geht noch einige Kilometer weiter bis Bad Deutsch Altenbrug, wo Kurt das grosse Auto mit dem Anhänger für die Rückfahrt stehen hat. 

Für alle Bilder herzlichen Dank an Peter von www.natour.at

Grosse Donaufahrt von Spitz nach Stein!

Gerade noch zum Ende der Marillenblüte mache ich eine kleine Paddeltour auf der Donau - natürlich mit dem Packraft.

Um dem Sinn und Zweck dieses genialen Bootes gerecht zu werden packe ich meinen Rucksack mit einer kleinen Jause, Wechselkleidung (im Fall des Falles...) dem Alpacka und meinem Paddel.
Mit dem Zug geht es in einer halben Stunde nach Spitz - solange die Wachaubahn noch fährt nütze ich sie gerne für unabhängige Tourenplanung.

In Spitz sind es nur wenige hundert Meter bis zur Donau und etwas oberhalb der Fähre habe ich mein Packraft in ein paar Minuten reisefertig.
Mein heutiger Paddelpartner Kurt startet in Schönbühel mit seinem etwas schnittigeren Fahrzeug und möchte mich einholen. 

Obwohl es etwas Wind gibt reicht die Strömung und ein bisschen paddeln aus, um gut voran zu kommen. Hoch interessant diese Landschaft, die ich vom Auto aus und zu Fuss schon so oft gesehen habe einmal aus der ziemlich tiefen Perspektive der Donau zu betrachten. 

Landschaftlich schön ist der rechtsufrige neue Altarm der Donau, den wir - Kurt hat mich inzwischen eingeholt - paddeln. Jede Menge Biberspuren sind hier zu sehen - Rutschen, Löcher in der Böschung, gefällte Bäume.

In Rossatzbach machen wir Pause und grillen auf einem kleinen Feuerchen ein paar Würstl.
Nach einem kurzen Regen kommt auch zunehmend lebhaft auffrischender Wind aus der ungünstigsten Richtung SO auf.

Ich krabble mit meiner kleinen Gummiente nur mehr ganz nah am Ufer entlang, um jederzeit aussteigen zu können, wenn mich die Kräfte verlassen. Trotz Ströumung und intensivem Paddeln treibt mich der Wind manchmal sogar stromaufwärts!
Naja in diesem Falle packt man sein Boot einfach, Luft raus, eingerollt und auf den Rucksack gepackt und zu Fuss weiter.

In Stein steigen wir schliesslich beim Kreisverkehr aus und ich gehe die letzte halbe Stunde mit meinem Packraft zu Fuss nach Hause. 

Freier Kopf und weites Herz ...

... nach vielen Wochen des Hochnebels gibt es endlich wieder Sonne!
Meine Schlafsack-Testtour für den neuen Daunenberg ist abgesagt - viel zu warm und es regnet in meinem Testgebiet no 3.

Ein Genuss dieser Blick in den blauen Himmel, der Wind, der schon den Frühling riechen lässt und die heftigst verliebten Meisen im Gebüsch.

Im Tal ist es schon aper, aber auf den Hängen liegt noch bis zu knietief der Schnee. Die typischen Felsen der Wachau sind aber schon nass und es tropft, tropft ...

Ein wunderschöner Ausflug der den Kopf leer und das Herz frei macht - es braucht nicht mehr zum Glück. 

 

Es taut!

Kleine Schneeschuh-Wanderung im Kremstal

Zum Materialtesten und als Vorbereitung für die Finnland-Tour mache ich einen kleinen Ausflug ins Kremstal.

Es gibt rund 40cm feinsten Pulverschnee und einige Forststrassen sind nicht geräumt - ein grosser Spielplatz, um Spuren mit meinen Tennisschlägern zu hinterlassen.

Die Welt ist beinahe völlig in schwarz-weiss, still und kalt. Nur wenige Tierchen sind unterwegs - kleine Spinnen in slow motion auf dem Schnee, die anderen haben ihre Spuren hinterlassen ... und manche haben ihre Federn und ihr Leben gelassen.

 

Silvesternacht

Den Jahreswechsel möchte ich gerne draussen am Berg verbringen - das Wetter ist gut, es liegt wenig Schnee und vielleicht finde ich einen netten Aussichtspunkt.

Meine Wanderung beginne ich in der Mooshuben, wo ich seit beinahe 20 Jahren nicht mehr war. Schon bei der Anfahrt tauchen alte Erinnerungen auf ...
Mein Auto stelle ich vor einem alten Bauernhof ab, mit dem ich ein besonders bizarres und lustiges Erlebnis meiner tierärztlichen Karriere in Mariazell verbinde:

Eine Visite wird angemeldet - die Kuh frisst nicht - und der Termin steht für den späteren Nachmittag. Ich denke mir noch, dass ich den angemeldeten Hof im Vorbeifahren bisher immer für verlassen gehalten habe, aber vielleicht ist es ja ein Nebenerwerbsbetrieb und die Besitzer wohnen woanders.
Es ist schon dunkel als ich ankomme - und der Hof liegt einsam und verlassen da, kein Licht, kein Lebenszeichen. Vielleicht habe ich doch etwas missverstanden und ich müsste jetzt woanders sein?
Naja, ich steige einmal aus dem Auto aus, gehe ums Haus herum und da sehe ich einen zarten Lichtschimmer von der Rückseite. Ich gehe in einen "Vorraum", gestampfter Erdboden und finster, rufe laut und mit tiefer Stimme "Grüss Gott!" Da taucht aus dem Dunkel eine Gestalt auf, die in mir Erinnerungen an die Hexe in den Kindermärchen erweckt. Wirres Haar, ein Vorderzahn steht alleine auf weiter Flur und der Damenbart macht jedem Rübezahl alle Ehre. Aber sie - es ist tatsächlich eine Frau - grüsst mich freudig und lässt mich in die Wohnstube. Dort sitzen am Tisch noch zwei Männer, die sich optisch nicht sehr wesentlich von meiner ersten Begegnung unterscheiden. Daneben gibt es noch zwei Dackelmischlinge, von denen die Hündin einen riesigen Mammatumor mit sich schleift, und ein paar Hühner sitzen zwischen am Boden liegenden Bierflaschen herum.
Ich erkläre, dass ich wegen der kranken Kuh hier wäre und man macht sich zum Aufbrich in den Stall bereit. Sogar ein Eimer mit warmem Wasser steht bereit und die Frau weist einen der Männer an ihn mir in den Stall zu tragen.
In einer kleinen Prozession, der erste der beiden Männer mit der "Battrielampn" (diese altmodischen viereckigen Taschenlampen aus Metall), der zweite mit dem Eimer, dann ich mit meinem Medizin-Koffer und dann die Frau wandern wir in den Stall.
Dort steht die eine Kuh, die nicht fressen will und nach einer kurzen Untersuchung lässt sich nicht wirklich Schlimmes finden. Zum Abwischen den Fieberthermometers stellt mir die Frau gleich ihre ohnehin schon vor Dreck stehende Schürze hin, nimmt mir das Thermometer aus der Hand und wischt es ordentlich ab. Die Kuh bekommt eine Spritze und ihre drei Besitzer die Anweisung eine Flasche sauren Most einzugeben.
Anschliessend darf ich mir die Hände im bereitgestellten Eimer waschen und auch ich bekomme nach einiger Zeit der Suche nach dem letzten sauberen Fleckchen an der Schürze diese zum Händeabtrocknen angeboten. 
Zum Schluss geht es noch ans Bezahlen - und aus den Tiefen der Schürze taucht ein frischer blauer Tausender auf! Die Kuh wird gesund und ich bin um ein weiteres lustiges Erlebnis bereichert.

In der Erinnerung schmunzelnd gehe ich bergab in den Freingraben und dann in Richtung Alm. Noch bin ich mir nicht ganz schlüssig ob ich zum Herrenboden soll, aber dann gehe ich zur Falbersbachalm. Dort treffe ich eine Gruppe von jungen Leuten, die ihre Silvesterparty vorbereiten und mich auf ein Bier einladen.
Nach ein bisschen Unterhaltung und der Vorankündigung eines grossen Feuerwerks wandere ich inzwischen in der zunehmenden Dunkelheit noch bis auf die Dürriegelalm.

Als ich an der Kante ankomme werde ich mit einer leuchtenden Rakete von der Jugend aus dem Tal willkommen geheissen.
Kühn stelle ich mein Tarp auf direkt auf der Hügelkante auf - es ist schönes Wetter und ... noch ... windstill.
Auf meinem BushBuddy koche ich mein Abendesse, die kleine Flasche Sekt kühle ich in einem Schneehaufen neben meinem Tarp ein. Es gibt frisches Baguette mit Rehpastete.

 

In der Nacht kommt zunehmend Wind auf und ich muss mein Tarp einmal nachspannen. Um Mitternacht ist leider das ganze Tal unter mir mit dichtem Nebel voll und ich habe nur den Ton und kein Bild vom Feuerwerk.

In der Früh wird es dann doch ziemlich frisch, der Wind bläst ganz genau unter mein Tarp, der Nebel gefriert sofort an der glatten Oberfläche.

Der Vollmond steht noch leuchtend am Himmel als auf der anderen Seite die Sonne aufgeht. Frühstück gibt es an diesem ungemütlichen Platz keines, also breche ich auf und wandere bis zur nächsten Alm weiter, wo ich in der Sonne ein warmes Frühstück koche.

Dann besteige ich noch die beiden Königskögler und stapfe mit den Trailrunnern im Tiefschnee über die Almen. Zum Abstieg geht es wieder ins Brunnbachtal hinunter und am frühen Nachmittag bin ich wieder beim Auto.