Ausflüge 2009
Kleiner Ausflug auf die Buschandlwand
| Frostige Wachau |
Nach vielen Tagen des Nichtstuns und der Reisevorbereitungen für 2010 war wieder einmal ein kleiner Trainingsausflug fällig. Der vorletzte für dieses Jahr.
Für einen kleinen Aussentür-Lunch in die frostige Wachau. Ausgangspunkt für die kleine Wanderung auf die Buschandlwand (741m) war diesmal St.Michael. Unterwegs stelle ich fest, dass ich noch nie bei schönem Wetter auf diesen schönen Aussichtspunkt gegangen bin - immer nur wenn es kalt, grau und windig ist...
Naja - ein bisschen Ausrüstung testen ist nie schlecht und im Gegensatz zum beinahe gegenüber liegenden Seekopf ist auf der Buschandlwand nie etwas los. Für einen langsamen Konditionsaufbau reichen die rund 500 HM auch.
Da ich das erste Mal mein neues GPS zum Üben und Einarbeiten für Grönland dabeihabe gibt es sogar ein wenig Statistik: 10,4 km. Für mehr reichen meine Kenntnisse noch nicht...
Auf der Warte gibt es eine kleine Jause mit heissem Tee und bevor mir zu kalt wird mache ich mich schon wieder zügig auf den Heimweg. Nach 3,5 Stunden bin ich wieder zufrieden beim Auto.
Der Trockenrasen oberhalb von St. Michael steht aber definitiv wieder für einen Ausflug im Frühsommer auf dem Programm!
|
A Long Trek Home
| Virtuelle Ausflüge von zuhause aus |
Der November ist eine Zeit, in der ich das gepflegte warme Winterlager geniesse und eigentlich kaum draussen unterwegs bin. Zu wenig Licht, zu wenig Sonne ... und überhaupt.
Dafür eignet sich diese Zeit bis zur Wintersonnenwende umso besser für Fernreisen und Wanderungen der besonderen Art: zuhause auf der warmen Sitzgarnitur, mit einer Decke, Kerzenlicht, Räuchersachen, einem feinen Tee und den Katzen, die um mich herumkuscheln. Und natürlich gute Bücher zum Verreisen!
Eines der aufregendsten in der letzten Zeit war der lang erwartete Reisebericht von Erin McKittrick und ihrem Mann Hig (Bretwood Higman): A Long Trek Home. 4000 Miles by Boot, Raft, and Ski.
Die beiden waren ein bisschen über ein Jahr (von Anfang Juni bis Ende Juni des nächsten Jahres) von Seattle an der Pazifikküste bis zu den Aleuten unterwegs. Zu Fuss, mit dem Alpacka Packraft und Schi. Also auch im Winter - über 4000 Meilen!
Unheimlich spannend zu lesen und am schönsten ist es natürlich, wenn man selber im Warmen sitzt und nur liest wie es ist für Stunden im eiskalten Wasser im Packraft zu sitzen, sich anzupinkeln, weil es nicht die geringste Möglichkeit gibt zwischen den Eisbergen auf dem Fjord eine andere Lösung zu finden, bei Regen (horizontal), Nebel, Schneesturm zu wandern und einen Lagerplatz zu finden - das alles natürlich mit minimalster Ausrüstung. So hatten die beiden zum Beispiel keine Heringe dabei und das Zelt immer nur mit dem vorhandenen Material abgespannt; Kochen nur auf Feuer und Wäsche zum Wechseln - wer braucht denn sowas?
Die letzten 500 Meilen hatte Erin dann auch schon ihren Sohn Katmai mit dabei - für Erin und Hig war es tatsächlich ein Trek home - sie hatten dieses Jahr auch genutzt, um die Perspektiven für die Zukunft zu öffnen.
In einer wunderbar selbstverständlichen und natürlichen Art und Weise ist den beiden das gelungen und auch beim Lesen mit grossem Vergnügen nachzuvollziehen.
Aus Kostengründen ist das Buch sehr einfach als Paperback gestaltet und die Bilder in schwarz-weiss. Alle Bilder und noch einige mehr sind auf der Website der beiden zu finden.
Und auch Katmai ist schon auf seinen ersten "outside" Trekking- und Packrafttouren in Alaska dabei.
Nur einen kleinen Fehler hat dieses Buch: viel zu kurz!
Hier noch ein paar Zitate, die mir besonders gut gefallen haben:
There's something awesome about setting yourself under nature's rules - something that transcends comfort.
Nachdem die beiden zwei Minuten mit einem unentschlossenen, mageren und sehr hungrigen Grizzlybären Auge in Auge standen und sich dieser doch zur Flucht entschliesst:
Good choice. Thank you. Very much.
Herbstwanderung auf die Wildalm und Hohe Student
| Mein kleiner Twingo bleibt auf dem Lahnsattel zurück |
Nach vielen arbeitsreichen Wochen bin ich endlich wieder einmal draussen unterwegs. Eine kleine Tour über die Wildalm und dann auf die Hohe Student (1539m) steht auf dem Plan.
Weil mir eine ganze Zweitages-Tour zu anstrengend wäre und ich trotzdem draussen übernachten will, gehe ich erst am Nachmittag los.
Ganz gemütlich gehe ich bis zur Sulzriegelalm, wo ich schon Anfang des Jahres mit den Schneeschuhen war. Aber nach einer kurzen Rast gehe ich über den Grat weiter auf die Hochalm und schliesslich die Wildalm. Es liegt schon - noch müsste man sagen - Schnee hier oben. Aber ich kann noch mit einigen Umwegen die Schneestapferei mit meinen Salomon (ohne XCR!) vermeiden.
| Hochalm mit Blick Richtung Osten |
Die Sonne sinkt schon und ist hinter den Gesäusebergen verschwunden als ich endlich beim Kreuz (und den beiden Sendern) auf der Wildalm ankomme. Es ist still - auch kein Wind - und der Ausblick ist überwältigend.
Schön langsam brauche ich einen Schlafplatz und überlege auch ganz kurz, ob nicht dieses nette Plateau, und Sonnenaufgang ...
Aber zum Glück gibt es hier oben überhaupt kein Stück Holz, um mir mein Abendessen auf dem Bushbuddy zu kochen. In der Nacht kommt dann auch heftiger Wind auf und ich bin froh diese schlechte Idee verworfen zu haben.
In zunehmender Dunkelheit aber beim Licht des Halbmondes gehe ich bergab auf den Sattel unter der Wildalm. Dort steht eine verfallende Almhütte und etwas weiter weg eine Jagdhütte. Nirgends finde ich einen einigermassen ebenen und trockenen Schlafplatz. Nach einem eingehenderen Blick in die schiefe Almhütte beschliesse ich, dass dieser Platz gar nicht so übel ist. Im schlimmsten Fall würden mich ein paar Mäuse in der Nacht besuchen.
| Steilhang mit aufgearbeitetem Windwurf zur Hohen Student |
Trockene Fichtenzweige finde ich direkt vor der Hütte und koche mir einigermassen gemütlich einen Suppeneintopf zum Abendessen. Anschliessend gibt es Tee - mit ein paar Suppenresten - weil ich zu nachlässig bin, den Topf mit meinem wenigen Wasser noch auszuwaschen. So habe ich für das Frühstück morgen noch genug Wasser und es ist ohnehin dunkel ...
Weil es selbst für mich noch viel zu früh ist um schlafen zu gehen höre ich mir auf meinem kleinen Mäusekino ein Hörbuch an - es verspricht eine kuschelig warme Nacht zu werden. Rund um die Hütte weht der Wind und immer wieder klappern irgendwelche losen Teile.
Doch in den frühen Morgenstunden wird mir kalt - und manchmal glaube ich es hat weniger mit dem Schlafsack und seinem Isoliervermögen und mehr mit meiner Verfassung zu tun. Mein "Nasenthermometer" meint auch, es hätte ja nur zwischen 5° und 10°, eher bei 10°. Jedenfalls kommt es trotz doppelter Isomatte auch von unten etwas kühl - aber mit ein paar Übungen wärme ich mich wieder auf und schlafe bis zum Sonnenaufgang weiter.
Die Sonne scheint direkt bei der offenen schiefen Hüttentür herein. Noch ein bisschen geniessen und die Sonne ins Gesicht scheinen lassen - dann sagt meine innere Uhr: Aufstehenszeit.
| Zauberhaftes Morgenlicht |
Nach dem Frühstück gehe ich überwiegend weglos bergab bis ich zu einer kleinen Alm komme. Von dort weiter zum Freinsattel von wo aus der Aufstieg auf die Hohe Student losgeht. In der Sonne ist es schon richtig warm, auf der Schattseite aber doch sehr frisch.
Ein kleines Steiglein geht über den Hang hinauf - irgendwo zwischen den Felsmauern hindurch auf die Anhöhe. Aber schon in der Mitte des Hanges liegen die ersten entwurzelten Bäume - bis es schliesslich auf diesem Steig kein Weiterkommen mehr gibt. Nach einer weiträumigen Umgehung finde ich den Steig natürlich nicht mehr und plage mich unter abenteuerlichsten Bedingungen den Steilhang hinauf. Es liegt weicher rutschiger Schnee und wo kein Schnee liegt gibt es abgefrorene glitschige Stauden und Farn, die eine direkte Rutsche bergab bieten. Echtes bushwhacking zwischen Baumstümpfen, umgefallenen Bäumen, Sträuchern und krautigen Stauden. Schliesslich finde ich einen Wildwechsel und kann dem schon fast bequem bis auf das Plateau folgen. Dort ist der Wanderweg - und tut als wäre er nie weg gewesen!
Bei der Kletterpartie bricht wieder einmal einer meiner Stöcke - immer an der selben Stelle, diesmal auch das inzwischen schon mehrfach wieder gerade gebogene Aluminiumprofil. Ich beschliesse, es wird das Ende meiner geliebten, aber nicht sehr zuverlässigen MYOG-Carbon Stöcke sein.
Ab nun geht es nur mehr im Schnee weiter - meine Schuhe und Socken sind schon längst nass, aber nicht kalt!
Meinem Hunger nach bin ich kurz vor Mittag auf der Hohen Student und mache eine kurze Mittagsrast in der Sonne. So langsam verschwindet sie hinter den Schleierwolken.
Der Abstieg geht rasch, zuerst durch Schnee und dann jede Menge Matsch. Mein Endpunkt ist die Ortschaft Halltal und von hier aus hoffe ich per Autostop wieder auf den Lahnsattel zu kommen.
Beim Strassenmarsch beginnen sich meine orthopädischen Probleme zu intensivieren und ich möchte definitiv nicht bis zu meinem Auto zu Fuss gehen. Nach rund 2km nehmen mich zwei Deutsche mit, die gerade bei Böhler in Kapfenberg arbeiten und den unerwarteten Nationalfeiertag für eine Autorundfahrt nützen. Das bedeutet, dass meine MFG sogar bis zum Lahnsattel und nicht nur bis Terz geht!
| Blick zurück auf die Wildalm |
UL-Trekking Treffen auf dem Ötscher
|
Ende August war endlich wieder einmal ein kleinerer Ausflug in den heimischen Bergen am Programm.
Nachdem wir uns aus dem Trekking-Ultraleicht-Forum schon kannten wollten wir uns endlich persönlich treffen und unsere Ausrüstung in der unmittelbaren Anwendung kennen lernen.
Also gab es eine erste österreichische Trekking Ultraleicht Wanderung auf den Ötscher.
Wir waren für den Anfang nur drei Teilnehmer - Hikingharry nahm sogar die Anreise aus Tirol auf sich und Alex kam aus Wien - aber es wird sich bis zum nächsten Treffen schon noch herumsprechen, dass man da eigentlich gar nicht drauf verzichten kann!
Andererseits war es gut, das wir nur drei waren, denn auf dem Grat zum Kleinen Ötscher hätten nicht mehr sehr viele Tarps hingepasst.
Um 9:00 war Treffpunkt am Erlaufsee - und wie geplant regnet es. Bei Schönwetter kann ja bald einer ultraleicht gehen, aber richtig interessant wird es erst, wenn die badweather skills gefragt sind :).
Unsere geplante Tour sollte vom Erlaufsee auf die Gemeindealm gehen, von dort wieder hinunter in die Ötschergräben.
Am Schleierfall machen wir eine Mittagspause - Hikingharry weckt bei einer Gruppe von Wanderern Erstaunen als er seinen Kaffee kocht. Ist doch selbstverständlich, oder ?
Ich bekomme noch einen Schokoriegel als Dessert zu meinem Tee geschenkt und freue mich sehr!
Da wir schon am frühen Nachmittag an der Wiese beim Spielbichler waren ging es dann nochin einer kurzen Runde nach Hinterötscher und schliesslich auf den Riffelsattel und zum Kleinen Ötscher. Dort haben wir auf dem Grat doch wirklich einen einigermassen ebenen Platz gefunden, auf dem unsere drei Tarps Platz hatten.
Inzwischen war es nicht mehr so wirklich kuschelig war, alles ein bisschen feucht und windig wars auch. Da habe ich mich wieder einmal über das kleine Feuerchen in meinem BushBuddy gefreut - nachdem ich da endlich mit dem ganzen nassen Zeug ein Feuerchen anhatte ...
Zum Abendessen gibt es Penne mit Tomatensauce und natürlich einen Tee.
Zum Sonnenuntergang gehen wir noch zusammen auf den Gipfel des Kleinen Ötschers, wo sich eine herrliche Abendstimmung auftut.
Nur mit ein wenig Mondlicht gehen wir wieder zu unserer kleinen Campsite und nach und nach in unsere Schlafsäcke.
Die Nacht ist eher frisch - im einstelligen Plusbereich und obwohl der Ameisenhaufen neben meinem Tarp am frühen Morgen Spuren von Frost zeigt, liegt rundherum noch Tau.
Nach einem gemütlichen Frühstück sehe ich den Männern noch ziemlich lange beim Packen zu, während ich warte ... was Männer immer so viel Zeugs zum Mitnehmen haben? :)
Hikingharry und ich überstimmen Alex und wir gehen nicht wieder hinunter, um dann den Rauhen Kamm zum Ötscher aufzusteigen. Noch bevor die ganzen Horden, die mit dem Sessellift hinauffahren sind wir am Gipfel und geniessen die schöne Aussicht mit den wattigen Wolken im Tal. Es ist heute wieder sonnig und langsam wird es auch warm.
Beim Abstieg treffen wir die bizarrsten Ausrüstungsvarianten mit Anzughosen und stadtfeinen Slippern ...
Vom Riffelsattel müssen wir noch einmal einen kleinen Gegenanstieg zurückgehen und wandern dann am Hang entlang bis zur Feldwiesalm.
Dort machen wir auf der Alm unsere Mittagsjause und essen alles was uns noch an Essen geblieben ist.Schliesslich geht es an den Abstieg und wir kommen an einem strahlend schönen Sonntagnachmittag wieder am Erlaufsee an.
Schön wars und Wiederholung unbedingt erforderlich!
Mit dem Kanu auf dem Ottensteiner Stausee
|
Seit langem wieder einmal mit dem Kanu anstatt zu Fuss unterwegs - gemeinsam mit Alfred und Christian bereiten wir uns schon einmal auf die grosse Tour im Sommer in Canada vor.
Das verlängerte Wochenende Anfang Mai bietet sich gradezu an für ein kleine Tour mit Übernachtung am Ottensteiner Stausee.
Unser Einstiegspunkt ist die Fürnkranzmühle in Mitterreith. Mein Faltkanadier ist schnell zusammengebaut ... aber das Boot der Guys ist nicht ganz dicht. Nach einer kleinen Proberunde ohne Gepäck stellt sich das oder vielmehr die Lecks als nicht ganz so dramatisch heraus und wir starten.
Der erste Abstecher geht am Rande des TÜPL in Richtung Nieder Plöttbach wo wir unterhalb der Kapellenruine unsere Mittagspause machen - wir sind ja immerhin schon einige hundert Meter gepaddelt!
Die Reste der Ortschaft sind weitgehend unter Wasser und irgendwie ist es spannend sich die ganze Ortschaft vorzustellen wie sie einmal war.
Wir paddeln weiter in Fliessrichtung des Kamp bis zu einer kleinen schönen Halbinsel, die sich für ein kleines Lager anbietet. Dort gibt es auch zwei gut geschützte und sichere Feuerstellen so dass wir beschliessen zu bleiben.
Obwohl auf dem Stausee noch wenig los ist, sind wir nicht sicher, ob die kleine Insel noch frei ist.
Nach ein wenig Faulenzen beginnt es zu gewittern und es gibt einen kurzen Schauer - unsere Behausungen stehen aber rechtzeitig.
Als es etwas kühl wird bauen die Männer aus einem Tarp ein nettes Lean to vor der Feuerstelle und das fröhliche Aussentür-Kochen kann beginnen: Es gibt Eier mit Speck und Brot - aus der Pfanne und vom Stock!
Dazu natürlich einen Tee und anschliessend gehen wir zum gemütlichen Teil des Abends über nachdem Alfred die Flasche Rotwein auf barbarische aber zugegeben effektive Weise geöffnet hat.
Im Gegensatz zu meinen leichten und ultraleichten Touren hatte ich diesmal quasi die gesamte Einrichtung dabei - mehrere Töpfe, Teekanne, Flatworld-Geschirr, etc. - so ein Kanu-Pickup bietet sich für den Gepäcktransport geradezu an!
Die Abendstimmung geniessen wir auf einem der für den Stausee typischen hohen Granitfelsen und beziehen dann unsere jeweiligen Behausungen: Alfred im Zelt, Christian unterm Himmel und ich unterm Tarp.
Vorher beschliessen wir noch einen frühen Aufbruch ohne Frühstück, um die wunderbare Morgenstille und -stimmung auf dem See zu geniessen.
Die Nacht ist nicht sehr kalt, weil neblig und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ist die Halbinsel verlassen.
Es ist unglaublich schön auf dem noch spiegelglatten See von dem die morgendlichen Nebel aufsteigen nur mit den Geräuschen der leisen fallenden Wassertropfen, wenn das Paddel aus dem Wasser kommt, zu paddeln. Eine zauberhafte Stimmung in der man sich verlieren kann ...
Die Frühstückspause gibt es an einem Sonnenplatz gegenüber der Insel, weil diese wie erwartet mit besetzt ist. Offensichtlich mit Langschläfern, denn im Lager rührt sich nichts.
Wir sind zwar leise aber bei der Suche nach Feuerholz knackt es so laut, dass Alfred nur anmerken kann: Jetzt schlafen sie nicht mehr ...
Zum Frühstück gibt es beinahe stilecht Pancakes, für die wir nur den kleinen Bushbuddy anheizen.
Nach dem ausgedehnten Brunch bei dem wir alle noch verbliebenen Lebensmittel essen paddeln wir weiter Richtung Ruine Lichtenfels.
Alfred hat unseren Abholdienst schon informiert. Nach einer weiteren Pause und Besuch der Ruine geht es zu unserem Ausstiegsort nach Friedersbach.
Ein wunderbarer Einstieg für die kommende Tour im Yukon Territory!
Schneeschuhwanderung und Winterbiwak
| Das erste Licht am Morgen |
Das neue Jahr draussen beginnt ... beim Winterbiwak ...
Eigentlich wollte ich schon Silvester draussen unterm Tarp übernachten und einen Neujahrsmorgen im Schnee erleben. Aber die Wettervorschau war nicht so umwerfend und mit meinen traditionellen Schneeschuhen ohne Traktion war ich auf dem von Schifahrern platt gepressten Schnee auf steilem Weg verloren ...
Für die Schneeschuhe ist der Schnee zu hart (oder ich zu leicht), um wenigstens etwas einzubrechen und Halt zu finden - ohne Schneeschuhe trägt er nicht und das postholing bis zum Knie macht keinen Spass.
Also drehe ich nach gut zwei Stunden Marsch auf die Tonion wieder um und erlebe einen wunderschönen Sonnenuntergang und Sternenhimmel auf meinem Rückweg durch den nächtlichen Wald.
| Göller im Sonnenschein |
Am 3. 1. bin ich zu einem weiteren Winterbiwak-Übungsausflug aufgebrochen. Zielgebiet ist diesmal der Lahnsattel. Es hat seit dem 31. 12. etwas geschneit und nun liegen bis zu 15cm fluffiger Neuschnee auf einer stabilen Unterlage. Ideal für meine "Tennisschläger", die ich ausserdem versucht habe zu tunen, damit sie einen besseren Halt haben.
Angesagt ist richtig kalt - so um die -10 - und das wären schon einmal ganz gute Bedingungen für ein trockeneres Winterbiwak. Mein Schlafsack reicht bis -9°, aber mit Kleidung und Taschenofen sollte das gutgehen ...
Neu mit dabei ist diesmal mein BushBuddy - und er wird seinem Namen wirklich gerecht! Zur Sicherheit habe ich auch etwas Spiritus und den Dosenkocher dabei.
Bessere Isolierung nach unten als beim letzten Mal im Dezember - 1 Schicht Luftpolsterfolie als Groundsheet (66g) + 5mm Eva + RidgeRest + Überlight von Pacific Outdoor macht einen ordentlichen Liegemattenstapel.
Dafür ist eine FleeceWeste daheimgeblieben.
Ich gehe gegen Mittag in der Sonne gemütlich und mit nur wenig Anstieg Richtung Wildalm, mache auf dem Sulzriegel auf dem Plateau eine Ehrenrunde weil es einfach so schön ist, mit den Schneeschuhen im frischen Schnee dahinzugleiten.
Nur am Anfang des Weges im Wald, wo sehr wenig Schnee liegt und an einer steilen Kante muss ich die Schneeschuhe ausziehen, um hinaufzukommen. Die Plumpser und Ausrutscher halten sich in Grenzen.
Nach einer kurzen Rast neben der Hütte in der Sonne ich auf der anderen Seite wieder bergab - quasi eine Sulzriegel-Überschreitung. Den Platz vor einem enorm starken liegenden Fichtenstamm finde ich schön und gut geeignet für mein Biwak. Die Sonne ist kurz vorm Untergehen und es wird schon empfindlich kalt.
Das Gatewood Cape ist schnell aufgestellt, ein Schneerand mit der SnowClaw rundherum aufgeschüttet, Holz und Schnee gesammelt.
Der BushBuddy erlebt seinen ersten Einsatz und anfangs lasse ich das Tarp noch offen. Nachdem ich die Flammenhöhe einigermassen einschätzen kann, geht es - ausser bei viel Rauch - auch im geschlossenen Tarp.
Zuerst gibt es einmal Tee und eine Wärmflasche für den Schlafsack.
Der Ersteinsatz des MYOG-VBLs fällt flach, weil mir schon jetzt so kalt ist, das ich alle verfügbare Kleidung anziehe.
Etwas später koche ich mir dann ein Abendessen - Erbswurst mit Pürree und viel Olivenöl, wie immer, das geht einfach und schnell.
Dann beginnt das lange Abendunterhaltungsprogramm - Mäusekino und BPL-Podcast, wo Hig und Erin erzählen mit wie wenig Isoschicht sie beim Schlafen auskommen - find ich ja echt total aufbauend, wo mir so ca. 1kg Daune und ein Heissluftgebläse fehlen ...
Die Nacht ist: wenig schlafen und viel kalt - mein MH Phantom 15 (-9°) ist weit jenseits meiner Komfortgrenze (allerdings hatte Mariazell nachts auch -16° wie ich später auf der Temperaturkurve gesehen habe) - meine Suunto hat im Schlafsack satte 9° angezeigt. Zumindest war mir diesmal von unten nicht kalt.
Zwischendurch stehe ich immer wieder einmal auf und bewege mich, um wieder warm zu werden. Mein kleiner Taschenofen hilft auch bis ca. 5 Uhr früh, wo ihm leider das Benzin ausgeht.
Aber sobald in der Früh beim ersten Blick aus dem Tarp das rote Morgenlicht auf den Bergen erscheint bin ich mir nicht mehr sicher, ob die lange kalte Nacht auch wirklich sooo schlimm war.
Bei richtig bissiger Morgenkälte taue ich Schnee auf und mache ich meinen Tee. Es gibt ein Frühstück aus tiefgefrorenen Müsliriegeln.
Und dann stapfe ich wieder mit den Schneeschuhen durch den Pulverschnee. Innerhalb weniger Minuten ist mir warm und ich fühle mich wunderbar. Diesmal geht es in einer Runde auf Forststrassen, überwiegend im Wald, um den Sulzriegel herum und dann quer über freie Wiesenflächen bis zurück auf den Lahnsattel: es ist herrlich ... und anstrengend.
Fazit: Für einen neuerlichen Versuch würde ich wohl meinen kleinen PHD Minimus im Phantom (der mir auch ein bisschen zu gross ist) oder einen neuen, richtigen Winterschlafsack benützen.
Und ich finde Wintercamping zwar spannend und schön, aber immer noch nicht wirklich gemütlich ...
|
|
|
Mit diesem Bild habe ich den Fotobewerb im französischen Ultraleicht-Forum: www.randonner-leger.org gewonnen!







































































