Ausflüge 2008
Berichte von kleineren Touren und Tagesausflügen ... Pläne ... Aktuelles ....
Schneeschuh-Wanderung mit Winterbiwak
| Das gleichmässige Muster der traditionellen Schneeschuhe |
Die Wettervorhersage ist interessant für mein Vorhaben - Schneefall ohne Ende, aber nicht sehr kalt - das fand ich ideal für einen ersten Versuch in Sachen Winterbiwak.
Losmarschiert bin ich in meinem Testgebiet III, dem Mariazeller Land.
Erst gegen 15:00 bin ich an meinem Startpunkt, weil ich mich wieder einmal an das anstrengende Gehen mit den Tennisschlägern an den Füssen gewöhnen möchte. Das macht nur ca. 2h bergauf im Tiefschnee stapfen bis ich zu meinem geplanten Biwakplatz komme. Alles ist unberührt, leise, nur die Schneeflocken machen ein leises Knistern auf der Jacke und der Schnee knirscht ein bisschen. Ausser zwei Rehen sehe ich kein Getier und auch kaum Spuren. Alles hält Winterruhe oder Winterschlaf.
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Bei Einbruch der Dunkelheit erreiche ich meinen vorgesehenen Biwakplatz und trete mit den Schneeschuhen alles flach. In wenigen Minuten ist mein Gatewood Cape mit den Schneeschuhen, meinen zwei Stöcken und ein paar gefundenen Holzstöcken als Anker aufgebaut. Die SnowClaw-Schaufel dient als perfekter Untergrund für den stützenden Trekkingstock.
Ich habe ein bisschen geschwitzt beim Bergaufgehen und ziehe mich gleich um, verkrieche mich in den warmen Schlafsack.
Als Abendessen gibt es Eintopf aus Erbswurst mit Pürree und Olivenöl, anschliessend Tee - alles auf dem Dosenkocher mit Spiritus gekocht (den ich gut warmgehalten habe). Unterm Tarp ist es von dem kleinen Spirituskocher sofort warm, allerdings gibt es natürlich auch Kondens an den Tarpwänden. Das macht beim geräumigen Gatewood Cape aber nichts aus, es rinnt alles direkt in den Schnee.
| Gatewood Cape als Wintertarp |
Schon um 17:30 dämmert mir langsam, dass meine Isolation nach unten für eine gemütlich warme Nacht nicht ausreichen wird ...
Es gibt zwei Möglichkeiten - ich mache mich noch einmal auf eine kleine Nachtwanderung und bin in einer Stunde wieder beim Auto - oder ich lege meine ganze Kleidung als weitere Isoschicht unter den besonders belasteten Stellen auf. Obwohl warmduschend entscheide ich mich für die zweite Möglichkeit - so schlimm wird es wohl nicht werden.
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Um 2:00 früh kam dann mein Benzin-Taschenofen zum Einsatz und bis 7:00 war es erträglich.
Nach einem kurzen Frühstück - es schneit noch immer - mache ich mich weiter auf den Weg bergauf. Meine Spuren von gestern sind beinahe unsichtbar.
Ich wandere völlig verzaubert und mit einer schwer zu beschreibenden Hochachtung durch den tiefverschneiten stillen Wald bis zum Wetterl. Diese Anhöhe macht ihrem Namen alle Ehre, denn hier weht auch ein empfindlich kalter Wind.
Bei einer kurzen Stehrast verliere ich das Gleichgewicht und falle nach hinten in den Tiefschnee. Hilflos wie eine Schildkröte liege ich da - mit zwei über einen Meter langen Schneeschuhen an den Füssen, einem Rucksack am Rücken und Stöcken, die bis zum obersten Griffende im Schnee verschwinden ...
Mit Mühe drehe ich mich um und schaffe es wieder in eine aufrechte Position - völlig mit Schnee paniert bis zur Baselayer.
Ich beschliesse, den weiteren geplanten Aufstieg bis zur Weissalm und dem Herrenboden
abzusagen - es gibt keine Aussicht auf besseres Wetter und konditionell würde ich das Spuren im Tiefschnee auch nicht durchhalten. Auch mit den Schneeschuhen sinke ich bei jedem Schritt gut 20cm tief ein. Aber der fluffige leichte Tiefschnee ist trotzdem wunderschön zum Gehen.
Den Abstieg mache ich mit einer kleinen Runde, versuche in den Jagerbauergraben abzusteigen, aber ich kenne den Weg nicht und der Steig führt durch steiles Gelände, das ich mit meinen Schneeschuhen nicht unbedingt begehen möchte. Schliesslich komme ich wieder zurück zur Anderlhütte und gehe auf dem selben Weg zurück durch den Lieglergraben zum Auto.
Mein erstes Fazit: Zum Winterwandern bin ich nicht wirklich geboren. Das wird mich aber nicht von weiteren Winterbiwaks abhalten.
Denn mein Problem ist im Moment: Auch bei Temperaturen um die 0 Grad kann ich nur entweder in Bewegung sein oder im Schlafsack. Das bedeutet, dass ich bei so anstrengendem Gehen im Tiefschnee keine ausreichenden Pausen machen kann und 5-6 Stunden das wirkliche Maximum an Gehzeit wären. Bleibt für die restliche Zeit nur im Biwak sitzen ... und vielleicht Mäusekino?
| Die Tonion - wolkenverhangen |
Rundwanderung über Tonion - Weissalm - Lieglergraben
| Blick Richtung Ötscher und Mariazell |
Noch einmal ein schöner und warmer Herbsttag.
Von Fallenstein aus zum GH Lechnerbauer und von dort es steil den sonnigen Hang bis zum Langboden. Bald darauf die Tonionalm und von hier ist es nur mehr ein ganz kurzes Stück bis zum Gipfel der Tonion, wo ich nach 1:40 ankomme. Der Ausblick in alle Richtungen ist herrlich, aber nach einer Weile wird es mir doch zu frisch. Weiter geht es zwischen den Felsen und Latschen Richtung Herrenboden.
An einem windgeschützten sonnigen Platzerl mache ich eine späte Mittagspause, geniesse meinen grünen Tee in der Sonne und studiere die Karte. Standortbestimmung ist alles!
Über den Herrenboden gehe ich am Nachmittag ganz allein. Es gibt einen weiteren Anstieg bis zur Weissalm, weil ich mir nicht sicher bin, ob den Pfad vom Ochsenboden Richtung Lieglergraben auch wirklich finde bzw. ob er überhaupt noch existiert.
Im Lieglergraben wird es bereits feucht-kühl, aber noch immer mit kurzer Hose erträglich; nur die Hände sind so kalt, dass jegliche Feinmotorik fehlt. Kurz vor dem Lieglerbauern biege ich rechts auf die Forststrasse ab und komme so wieder zurück zum GH Lechnerbauer. Eigenartige Erinnerungen an meine berufliche Tätigkeit in Mariazell vor beinahe 20 Jahren tauchen immer wieder auf.
Nach knapp 5 Stunden bin ich wieder beim Auto und fahre gemütlich nach Hause.
Herbstwanderungen - Hochschwab und Hohe Veitsch
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Das wunderschöne Herbst-Wochenende war wie geschaffen für einen Ausflug ins Gebirge!
In der Gegend rund um Mariazell gibt es noch unzählige Touren, die auf meiner Wunschliste stehen - diesmal waren es der Hochschwab und die Hohe Veitsch.
Nach dem Start in Seewiesen ist es noch ziemlich frisch, aber ab der Florlhütte ist die Sonne erreicht. Kurze Mittagsrast bei der Voisthalerhütte - ungastlich, denn man bekommt noch nicht einmal simples Trinkwasser! Da können sich österreichische Almhüttenbetreiber noch einiges an französischer Gastlichkeit und Freundlichkeit abschauen!
Nach dem Weggehen erst sehe ich den Brunnen am Weg, der allerdings erst nach der Abzweigung zur Hütte steht.
Weiter geht es Richtung Trawiessattel und an der Abzweigung den Graf-Meran-Steig steil nach oben - ein wunderbar sonniger Nachmittag!
Das erste Mal bin ich auf dem Hochplateau und ... sprachlos!
Und begreife auch wie hoffnungslos man dort verloren sein kann, wenn es neblig ist.
Das Schiestl-Haus lasse ich rechts liegen - lautes Geschrei tönt herüber - und nehme die letzten paar HM zum Gipfel in Angriff. Ich verpasse zum Glück den letzten Abzweig zum Gipfel und finde mich auf einem Subgipfel in 2250m wieder. Auf einem sonnigen und schneefreien und stillen Platz, ganz alleine während sich neben dem Gipfelkreuz die Massen tummeln.
Um 15:00 ist meine Umkehrzeit und ich bin nach 2h Stunden wieder an der Abzweigung des Graf-Meran-Steigs, wo für den Hinweg zum Gipfel schon 2h Gehzeit angegeben sind.
| Morgenstimmung in Seewiesen |
Am Sonntag geht es aufs Niederalpl und weiter auf die Hohe Veitsch 1981m.
Der Anstieg ist schön und abwechslungsreich - zuerst durch den sturmgeschädigten Wald, auf die sonnige Sohlenalm. Dann wieder durch den Wald und schliesslich steil durch Rinne zur Gingatzwiese. Auf der Höhe geht ziemlich der Wind und die Kolkraben spielen sich mit den Luftströmungen. Auf dem letzten Weg zum Gipfel liegt noch der Schnee vom Wochenende zuvor und rund ums Gipfelkreuz stehen die Leute Schlange für das "Gipfelbild" ... Es weht ein kalter heftiger Wind, aber die Aussicht bis in die oberösterreichischen Kalkalpen ist herrlich.
MIttagspause gibt es neben der kleinen Quelle - dort ist es sonnig warm und nicht windig. Nach einer kurzen Rast auf der Sohlenalm geht es wieder zurück zur Niederalpl-Passhöhe.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Veitsch sehr ich natürlich noch zahlreiche Gipfel, die sofort auch auf meine Liste kommen ...
| Hohe Veitsch |
Durch den Wald gekreucht ...
| Herbstlicher Wald am Toten Berg |
Terzer Göller und Göller 1766m
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Am 7. September war wieder einmal Zeit für eine kleine Tour. Der Göller steht schon lange auf meiner Liste.
Unter der Woche war der Plan auf die Tonion zu gehen, vom Halltal aus und in einer Runde wieder dorthin zurück. Am Sonntag in der Früh wollte ich dann auf die Zellerhüte gehen ... und an der niederösterreichisch-steirischen Landesgrenze in Terz habe ich kurzfristig umdisponiert und bin auf den Lahnsattel gefahren.
Das Wetter war nicht so umwerfend und eine Kaltfront mit Gewitter im Anzug.
Am Lahnsattel gleich hinter der Brücke das Auto abgestellt und losmarschiert. Es gibt keinen richtigen Weg also bin ich auf dem Schitourenanstieg und schliesslich auf direktem Weg durch den Wand bergauf in Richtung Gipfel unterwegs. Natürlich halte ich mich am Rande der Naturverjüngung so weit es geht und benütze die dort reichlich vorhandenen Hochwildwechsel.
Auf der Forststrasse geht es dann nach links bis zum Rücken, der auf den Terzer Göller führt. Ein schöner, wenn auch sehr steiler Anstieg durch den Hochwald. Da die Gegend ein Kreuzotterngebiet ist und ich nur mit kurzer Hose unterwegs, bin ich besonders achtsam.
Ab der Waldgrenze geht es über alpine Rasen und immer wieder auf Schafwegen zwischen den Latschen durch.
Schliesslich komme ich bereits in Sichtweite des Gipfelkreuzes vom Terzer Göller auf einen blaumarkierten Weg, weiss aber nicht woher der kommt. Vom Terzer Göller sind es nur wenige Minuten bis auf den Gipfel des Göller.
Dort mache ich eine kurze Rast, koche meinen Tee. Es ist ein reges Kommen und Gehen - und als ich die Hüttenöffnungszeiten lese, wird auch klar warum: Bergpredigt ...
Der weitere Weg am Kamm ist super schön, etwas ausgesetzt und zeitweilig muss man sehr aufpassen, auf dem bröseligen Kalk nicht gleich einen ganz schnellen Anstieg über die steilen Schutthänge zu starten.
Noch ein kleiner Abstecher auf den Kleinen Göller, an den Almochsen vorbei und schon bin ich an der Göllerhütte. Dort ist schon von weitem hörbar ein kollektives Besäufnis mit zeitweilig atonaler, aber dafür umso lauterer Musikbegleitung zu Gange.
Ganz klar - hier ist kein Bleiben für mich.
Etwas weiter finde ich einen schönen Platz für eine weitere Rast und eine ausgiebige Jause mit den Gewitterwolken im Rücken.
Der Abstieg ist wenig spektakulär auf der Forststrasse, denn für einen weiteren Aufstieg auf den Schnalzstein und Richtung Gippel ist mir das Wetter zu unsicher.
| Bergahorn - es herbstelt ganz eindeutig ! |




















































